Malawi

BauherrReginold Brooks
Amalienstraße 7, 99423 Weimar                                        
Leistungszeitraum10.2017 - 02.2021
Technische Daten  
Bruttogeschossfläche m² 200 m²
Gebäudehöhe10,77
Kosten HLSE25.000 €
Leistungsphase1 - 4
Leistungen  
Die Leistungsphasen 1–4 des Projekts sind bereits erfolgreich abgeschlossen. Als erste konkrete Umsetzung wurde ein Wasserturm errichtet, der mit Solarstrom betriebenen Pumpen gespeist wird. Dadurch ist es nun möglich, Trinkwasser und Bewässerungswasser ohne manuelle Bedienung der Brunnenpumpe bereitzustellen – ein entscheidender Schritt zur Entlastung der Bewohner und zur Stabilisierung des WasserkreislaufsDie weiteren Maßnahmen des Konzepts werden schrittweise und abhängig von den verfügbaren finanziellen Mitteln umgesetzt, um die autarke Versorgung des Waisenhauses weiter zu optimieren

Kurzportrait

Für das Waisenhausgelände Grace Orphan Care und speziell den Neubau des Schlafsaals in Zomba, Malawi, wurde ein nachhaltiges und autarkes Energiekonzept entwickelt. Ziel war es, eine verlässliche Versorgung mit Wasser und Energie sicherzustellen und gleichzeitig die Lebensbedingungen der Bewohner durch ressourcenschonende und umweltfreundliche Ansätze zu verbessern.

Das Konzept umfasst eine Reihe von Maßnahmen, die den Wasserkreislauf in den Mittelpunkt stellen: Regenwasser wird in großen Tanks gesammelt und mit Solarpumpen auf Dachspeicher befördert, um es für Duschen und WCs nutzbar zu machen. Zusätzlich wird Grauwasser in einer pflanzlichen Kläranlage gereinigt und wiederverwendet, was den Wasserverbrauch erheblich reduziert. Auch das Wasser aus Klärgruben wird durch Pflanzen aufbereitet und zur Bewässerung in der Landwirtschaft eingesetzt, wodurch der Kreislauf von Wasser und Nährstoffen nachhaltig geschlossen wird.

Neben dem Fokus auf Wasser sieht das Konzept weitere nachhaltige Maßnahmen vor. Ein Entwurf für Trockentoiletten ermöglicht eine noch effizientere Ressourcennutzung, während Möglichkeiten zur Eigenproduktion von Biogas aus Fäkalien und landwirtschaftlichen Abfällen aufgezeigt wurden. Ergänzend dazu sichern Photovoltaikanlagen mit Batteriespeichern die Energieversorgung. Der erzeugte Solarstrom wird vor allem für die Beleuchtung genutzt, wodurch der Alltag der Bewohner durch eine zuverlässige Lichtquelle deutlich erleichtert wird.

Das Energiekonzept basiert auf einer detaillierten Vorbetrachtung, die durch eine 14-tägige Vor-Ort-Begehung ergänzt wurde. Dabei lag der Fokus sowohl auf der technischen Umsetzbarkeit als auch auf der Akzeptanz und Praktikabilität unter den lokalen Gegebenheiten. In enger Abstimmung mit lokalen Handwerkern und Bauunternehmen wurde ein Ansatz entwickelt, der unter dem Grundsatz der Hilfe zur Selbsthilfe liegt.

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